St. Severin

St. Severin-Kirche Landringhausen 1229

Chronik der St. Severin-Kirche zu Landringhausen

  • 1229 Erste Erwähnung der Kirche
  • 1248 Übertragung der Kirche an das Kloster Amelungsborn - Kirche hat Landbesitz
  • 1429 neues Kirchenrecht von Amelungsborn verliehen
  • 1440 Anschaffung einer Bronzeglocke, gegossen von Hans Meyger, Hannover
  • 1539 Neubau des Turms; die 1,10 m dicken Turm-Grundmauern zeugen davon, dass der Turm auch als Wehrturm gedient haben muss.
  • 1550 Anschaffung von 2 Stahlglocken
  • 1595 Erster Hinweis auf eine Kirchenuhr
  • 1654 Eine Oblatendose wird gestiftet
  • 1680 Beginn der Kirchenbücher
  • 1740 Einführung der Kirchenstuhlordnung
  • 1750-53 Neubau der Kirche durch Zimmermeister Kunst aus Eldagsen,
    Einweihung am 28. Oktober 1753
  • 1754 Einbau der Priechen
  • 1774 Einführung der Beweinkaufung der Sitzplätze: 18 Groschen je Stuhl
  • 1775 Erstmalige Erwähnung des silbernen Abendmahlkelches, noch heute in Gebrauch
  • 1843 Anschaffung einer Orgel über den Priechen
  • 1887 Eine gesprungene Stahlglocke von 1550 wird durch eine neue ersetzt
  • 1890 Verkauf der Bronzeglocke von 1440 an Fa. Radler und Sohn in Hildesheim für 351,80 Mark
  • 1892 Reparatur des Kirchturms durch Dachdeckermeister Konrad Dilger, Barsinghausen
  • 1892 Wetterhahn (erbaut von Schmiedemeister Schomburg) ersetzt die Wetterfahne von 1752
  • 1914-18 Während des 1. Weltkrieges werden beide Glocken eingezogen und eingeschmolzen
  • 1923 Einbau von zwei neuen Stahlglocken
  • 1931 Die heutige Orgel wird angeschafft
  • 1934 Elektrifizierung des Geläuts
  • 1951 Blitzeinschlag im Kirchturm, der Turm wird durch Dachdeckermeister Lübke, Barsinghausen, und der Wetterhahn durch die Fa. Bleinroth, Landringhausen repariert. Man fand eine Zinnkapsel, die auf die Reparatur 1892 hinweist.
  • 1971 Der Wetterhahn erhält eine drehbare Messingaufnahme durch Kirchenvorsteher Walter Homeyer. Die Priechen werden abgebaut.
    Der Kirchturm erhält ein neues Dach durch Fa. Treder, Hannover.
  • 1972 Innensanierung der Kirche: Einbau einer Heizung, Erneuerung vom Fußboden, Neue Beleuchtung, Neue Stühle statt Kirchenbänke und Malerarbeiten
  • 1973 Einweihung der renovierten Kirche am Ostermontag, 23. April 1973;
    Kosten 219.270,52 DM
  • 1981 Einbau einer Schaltuhr für das Geläut von den Herforder Elektrizitätswerken
  • 1982 Der Kirchturm wird nach einem Sturmschaden durch Fa. Hanebutt, Neustadt, repariert. (Versicherungsfall)
  • 1984 Die Sandsteinwände werden neu ausgespritzt und das Kirchendach neu eingedeckt.
  • 2012 Aufwändige Renovierung des Glockenturms

Sanierung des Kirchtums 2012

Der Dachstuhl wurde durch den Einbau zusätzlicher bis zu 6 m langen Dachsparren verstärkt, die auf neuen Fußpfetten ruhen. Einige Fachwerkhölzer in der Glockenraumebene wurden erneuert und wieder ausgemauert. Die Naturstein-Fachwerk-Flächen erhielten einen neuen Schieferbehang. Die gesamte Dachfläche wurde mit Holzdielen verschalt, mit Dachpappe benagelt und dann mit einer Mönchziegel-Eindeckung versehen. Diese Mönchziegel haben den Charakter der Mönch-und-Nonnen-Ziegel, bestehen aber nur aus einem Stein.

Die untere gestrichene Turmfläche wurde gesandstrahlt, der Sockel neu verputzt und die gesamte Fläche neu gestrichen. Für die vorgenannten Arbeiten war ein stabiles, teilweise für die Sandstrahlarbeiten mit Planen behangenes und somit sturmsicheres Montagegerüst erforderlich.

Ein neuer Wetterhahn für die Turmspitze wurde von Günter Hartmann gebaut und gestiftet. Die Kirchturmuhr wurde erneuert. Das Kirchengebäude wurde mit einer neuen Blitzschutzanlage und Schneefanggittern versehen.

Der an der Turmtür demontierte verwitterte Grabstein wurde wieder aufgearbeitet und am Ost-Giebel des Kirchenschiffes aufgestellt.

Heiner Nordmeyer, Jürgen Gänsslen; Oktober 2012

 

Wo Mönch und Nonne einträchtig beieinander liegen

Nein, ein Kloster gab es in Landringhausen noch nie. Hier loben die Mönche und Nonnen auch nicht Gott, sondern sie bilden das Dach der Kirche. So sorgen sie dafür, dass wir in der Kirche – trocken – Gott loben können: Mönche und Nonnen heißen die Dachziegel auf dem Turm: Sozusagen halbe Rohre, die, eins zum Himmel und eins zur Erde hin offen, eine geschlossene Dachfläche bilden – Gott sei Dank!

Der Profet Jesaja hat ja schon angekündigt, dass im Reich Gottes noch viel unterschiedlichere Lebewesen beieinander liegen werden: Wölfe und Lämmer, Panther und Böcke, Kühe und Bären (Jes 11,6-8). Vielleicht ist unser Kirchturm-Dach schon ein Hinweis darauf?

Elmar Orths

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